08.12.2016

Generalstaatsanwalt E. C. Rautenberg zur verspäteten Anerkennung der Rechtsauffassung von Fritz Bauer

Irmtrud Wojak

Der Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg, Professor Erardo C. Rautenberg, hat auf einer Veranstaltung in der Humboldt-Universität in Berlin zu Thema Auschwitz-Prozesse und Fritz Bauer gesprochen. Zur Veranstaltung hatte die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit eingeladen.

In einem vorab in den Potsdamer Neuesten Nachrichten erschienenen Artikel kommentierte E. C. Rautenberg, der kürzlich die ungeklärten Todesumstände von Fritz Bauer umfassend erforschte, die verspätete Verurteilung des Oskar Gröning, Buchhalter in Auschwitz. Der Jurist schreibt über die teilweise Anerkennung, die Bauers Rechtsdenken durch das Urteil zuteil wurde, das vom Bundesgerichtshof (BGH) nicht beanstandet wurde: "Die Freude über die späte Anerkennung für meinen Amtsbruder wird durch die Trauer getrübt, dass es 47 Jahre gedauert hat, bis der Bundesgerichtshof seine frühere Rechtsprechung korrigiert hat, und dies auch der Staatsanwaltschaft anzulasten ist, die sich erst spät zur Kurskorrektur entschied."

Von einer "Erfolgsgeschichte" der juristischen Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten kann in der Tat nicht die Rede sein. Die Verurteilung der "kleinen Rädchen" der Vernichtungsmaschinerie wegen Beihilfe entspricht der Rechtsprechung des BGH seit den 1950er Jahren. Fritz Bauer sagte dagegen, dass jeder, der durch das Lagertor von Auschwitz ging und wusste, wozu dieses Lager da war, nämlich einzig zur Ermordung von Menschen, sich der Mitwirkung am Mord schuldig machte. Die das Verbrechen der "Endlösung der Judenfrage" verharmlosende Gehilfenrechtsprechung wurde bis heute nicht korrigiert.

Zum Artikel von GStA Rautenberg in den PNN

14.10.2016

ROSENBURG“-STUDIE DES BUNDESJUSTIZMINISTERIUMS ÜBER DIE EIGENE GESCHICHTE

„Wo bleibt die Erwähnung des wunderbaren Fritz Bauer, der schon in den 60er Jahren dafür gekämpft hat, dass seine Kollegen zur Verantwortung gezogen werden?“, heißt es in einem Kommentar auf „Bronski“-Blog, das Blog der Frankfurter Rundschau, über die Meldungen zum Erscheinen der Studie über die (Alt-)Nazis im Bundesjustizministerium.

"Wir wussten es schon lange“, beginnt der FR-Blog-Eintrag . In der Tat, dass der Bruch zwischen NS-Regime und Bundesrepublik Deutschland misslang, weil die Entnazifizierung nicht nur dem Kalten Krieg, sondern speziell dem Ahndungsunwillen der deutschen Polizeibehörden und Justiz zum Opfer fiel, die nicht gerade eine „nazifreie Zone“ war, ist keine besonders neue Erkenntnis. In dem Zusammenhang fordert Rasmus Ph. Helt aus Hamburg in seinem Kommentar, Fritz Bauer sollte zum Pflichtthema der Beamtenausbildung werden.

Weiterlesen über die „Rosenburg“-Studie und den Kommentaren dazu...

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08.10.2016

tagesschau 24, 9. Oktober 2016

Zur besten Sendezeit zeigt „tagesschau 24“ am 2. Oktober, 20:15, den Film FRITZ BAUER - TOD AUF RATEN von Ilona Ziok (CV Film Berlin). Auf der Webseite heißt es dazu: "Wir Emigranten hatten so unsere heiligen Irrtümer. Dass Deutschland in Trümmern liegt, hat auch sein Gutes, dachten wir. Da kommt der Schutt weg, dann bauen wir Städte der Zukunft. Hell, weit und menschenfreundlich." Diese Sätze, die Fritz Bauer (1903 - 1968) 1967 gegenüber dem Schriftsteller Gerhard Zwerenz äußerte, beschreiben den Enthusiasmus, mit dem der schwäbische Jurist das Nachkriegsdeutschland aus den Fängen der Nazidiktatur in ein demokratisches und humanes Staatswesen überführen wollte. Nicht nur die Politik, vor allem auch die Jurisprudenz sollte hierzu ihren Beitrag leisten.

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Siehe dazu Alexander Martin Pfleger im Frankfurter "Weltexpresso"...

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05.09.2016

Humanistischer Pressedienst

„Humaner Strafvollzug setzt stärkere Rechte für Inhaftierte voraus“, unter dieser Überschrift meldet der Humanistische Pressedienst die Verleihung des Fritz Bauer Preises 2016: „Die Humanistische Union verleiht ihren diesjährigen Fritz-Bauer-Preis an die Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation. Sie würdigt damit deren Bemühungen um angemessene Standards der Gefangenenarbeit. Die Organisation setzt sich für die Anwendung des gesetzlichen Mindestlohns auf arbeitende Gefangene, für deren Teilnahme an der gesetzlichen Sozialversicherung und die volle Gewerkschaftsfreiheit für Gefangene ein.

Die Gefangenen-Gewerkschaft wurde im Mai 2014 gegründet. Gegen große Widerstände in den Justizvollzugsanstalten versuchen die Initiatoren, die kollektiven Arbeitnehmerrechte der derzeit ca. 45.000 inhaftierten Beschäftigten in Deutschland zu stärken.“

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24.08.2016

Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg 

Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg
Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg

Soeben ist in der Neuen Justiz ein Aufsatz von Generalstaatsanwalt Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg erschienen, der Dr. Fritz Bauers bedeutendstes Werk Das Verbrechen und die Gesellschaft zum Gegenstand hat und hoffentlich einen Anstoß zu einer Gesamtausgabe seiner Schriften gibt.

Im aktuellen SPIEGEL (Nr. 34/20. August 2016, S. 104 ) ist zwar von Forschungsergebnissen die Rede, die die Willensfreiheit zu belegen scheinen (siehe auch Nr. 15/9. April 2016, S. 95). Doch das ist eine Einzelstimme, die den referierten Forschungsergebnissen gegenübersteht, die Bauers Kritik an unserem auf der Willensfreiheit fußenden Strafrecht stützen.

Die Frage nach der Willensfreiheit und den äußeren Umständen als Einflussfaktoren für die Radikalisierung einzelner Personen oder auch ganzer Gesellschaften ist akut. Nur zu wünschen ist, dass Fritz Bauers humanes Denken und Handeln in der aktuellen Diskussion mehr Beachtung findet. Er suchte nach Erklärungen für unrechtes Handeln und fand sie in der Stärke und zugleich Schwäche von uns Menschen. Ein Schuld- und Sühnestrafrecht kann dieser Realität nicht beikommen, im Gegenteil. Wie sagte Fritz Bauer noch: „Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber wir können dazu beitragen, das sie nicht zur Hölle wird.“ Dafür nannte er zahlreiche geschichtliche Beispiele. (I. Wojak)

Artikel von Erardo C. Rautenberg...

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12.08.2016

AND THE CRIMINAL PROSECUTION OF NAZI CRIMES

Prof. Dr. Erardo Cristoforo Rautenberg

Ausstellungskatalog

„In 2015 his media profile was higher than at any time previously. The contributions of Fritz Bauer to Germany’s confrontation with the darkest chapter in its history and to the democratization of the young Federal Republic of Germany are only now getting the recognition they deserve.“

Zur Eröffnung der neuen permanenten Ausstellung über die NS-Täter, die in der Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen gezeigt wird, hielt der Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Erardo Rautenberg, einen Vortrag über „Dr. Fritz Bauer und die Strafverfolgung der Nazi-Verbrechen“, der auch in englischer Übersetzung erschienen ist. Der Beitrag wurde soeben in der Schriftenreihe der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Band 53, veröffentlicht. Der Ausstellungskatalog über die Konzentrationslager SS 1933-1945 (The concentration camp SS 1936–1945: Excess and direct perpetrators in Sachsenhausen concentration camp. An exhibition at the historical site) ist im Metropol-Verlag in Berlin erschienen und hat 304 Seiten.

PDF des Beitrags...

Zum Katalog beim Metropol-Verlag...

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10.08.2016

Rezension
Irmtrud Wojak

Wolfgang Kaleck
Wolfgang Kaleck

Immer wieder ist es die Unterstellung eines „eher politisch-taktischen Verhältnisses zum Recht“ (Christian Hillgruber, FAZ, 22.12.2015), die gegen diejenigen ins Feld geführt wird, die sich für die Menschenrechte engagieren, ganz gleich in welcher Zunft. Der Jurist Wolfgang Kaleck findet sich dabei in hervorragender Gesellschaft. Auch den Anwalt und Kämpfer für die Menschenrechte Dr. Fritz M. Bauer (1903-1968) treffen bis heute solche Spitzen. Dabei war er genauso wenig „von Anfang an links sozialisiert“ wie Kaleck, von dem Hillgruber dies behauptet. Bauer stammte aus gutbürgerlichem Haus in Stuttgart und musste nach KZ-Haft vor den Nazis fliehen, Kalecks Familie arbeitete sich in München in kleinbürgerlichen Verhältnissen hoch, die Mutter stammte aus Siebenbürgen, der Vater musste als Kind mit seiner Mutter und zwei Geschwistern aus dem damaligen Königsberg vor der Roten Armee fliehen und „geriet dabei immer zwischen die wechselnden Frontverläufe“ (26 f.).

06.08.2016

Rezension
Irmtrud Wojak

Thomas Galli
Thomas Galli

Der hessische Generalsstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer sagte einmal, die Schuldstrafe stamme „aus der Affenzeit“ (DER SPIEGEL, Nr. 25, 1964). Sein Plädoyer lautete, das Gute im Menschen müsse freigeschaufelt werden und es müssten ihm Bedingungen geschaffen werden, zu wachsen.

Sowenig Fritz Bauers Kritik an den Entwürfen zur Strafrechtsreform an Aktualität verloren hat, so aktuell ist das Buch des Gefängnisleiters und Psychologen Thomas Galli Die Schwere der Schuld, das im Verlag „Das neue Berlin“ erschienen ist. Es versammelt neun Geschichten über Schwer- und Schwerstverbrecher, neun von rund 62.000 Geschichten von Menschen, die in Deutschland hinter Gittern leben müssen. Die Wenigsten gehören zur Gruppe der Schwerverbrecher und das ist einer der Gründe, die den Rechtswissenschaftler, der auf fünfzehn Jahre praktische Erfahrung in Haftanstalten zurückblicken kann, zu der Frage führten, in welchen Fällen jahre- und jahrzehntelange Haftstrafen hinter Gittern eigentlich gut sind.

16.07.2016

VOR 18 JAHREN ERSCHIEN ZULETZT EINE AUSWAHL SEINER SCHRIFTEN

Fritz Bauer zum Geburtstag


Irmtrud Wojak

1998 erstmals erschienen und
seit Jahren vergriffen

Im Jahr 1963 gedachte Generalstaatsanwalt Fritz Bauer der von den Nationalsozialisten ermordeten Anne Frank. Es war an ihrem 34. Geburtstag, heuer wäre sie 87 Jahre alt geworden.

„Wir gedenken der Geburtstage unserer Großen, nicht ihrer Sterbetage, so auch bei Anne Frank“, sagte der hessische Generalstaatsanwalt bei der Gedenkveranstaltung in Frankfurt am Main. Sicher ist nicht entscheidend, daß wir Tag und Stunde ihres Todes nicht genau kennen, sondern nur die Zeit des großen Sterbens in Bergen-Belsen. Wir wählen die Geburtstage und zählen sie weiter, als lebten die Menschen und als seien sie noch unter uns.“

„Lebt Anne Frank heute?“, fragte der Jurist damals und wir fragen uns...

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13.06.2016

Zum 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

Kurt Nelhiebel

Wien . Heldendenkmal der Roten Armee
Wien . Heldendenkmal der Roten Armee

„Bremen (Weltexpresso) - Sehr geehrter Herr Generalsekretär, Sie könnten vom Alter her gesehen mein Sohn sein. Sie haben weder eigene Erinnerungen an die Besetzung Ihres Heimatlandes Norwegen durch die deutsche Wehrmacht im Jahr 1940 noch an den Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941.

Ich war vierzehn Jahre alt, als der so genannte Russlandfeldzug begann. Aus dem Radio hörte ich, Sowjetrussland sei ein Koloss auf tönernen Füßen, der Krieg werde schnell zu Ende sein. Dass ich selbst noch zur Wehrmacht eingezogen werden würde, konnte ich mir nicht vorstellen. Erst recht nicht, dass ich jemals in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten würde. Beides blieb mir jedoch nicht erspart....“

Kurt Nelhiebel, Prozess-Beobachter im Auschwitz-Prozess, hat zahlreiche Artikel und Aufsätze über Fritz Bauer geschrieben.

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12.06.2016

Dorothea Liew

Der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) gilt als Wendepunkt in der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Das von Generalstaatsanwalt Dr. Bauer initiierte Verfahren wurde 1963 im Frankfurter Rathaus eröffnet und ab April 1964 im Bürgerhaus Gallus fortgesetzt.

Laut Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Deutschen Welle sollen die Dokumente des Verfahrens – 454 Aktenbände und 103 Tonbandaufnahmen – Weltdokumentenerbe der UNESCO werden. Die Akten und Tonbänder sind im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden archiviert. Sie wurden von der Deutschen UNESCO-Kommission als historische Zeugnisse für das UNESCO-Register „Memory of the World“ nominiert.


Mehr unter: Hessenschau, 10. Juni 2016, FAZ, 12. Juni 2016, Deutsche Welle, Fritz Bauer und der Auschwitz-Prozess

 

06.05.2016

 Alexander Martin Pfleger

Am Samstag, dem 7. 5. 2016, kommt um 22.30 Uhr auf Phoenix der Dokumentarfilm FRITZ BAUER - TOD AUF RATEN von Ilona Ziok

"Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Demnächst ist es endlich so weit: Die Stadt Frankfurt am Main ehrt Fritz Bauer mit einer Gedenkplakette an seinem früheren Wohnhaus im Westend und mit einer Skulptur vor dem Gerichtsgebäude. Zuvor wird nun bereits zum zweiten und gewiß nicht zum letzten Mal in diesem Jahr Ilona Zioks preisgekrönter Dokumentarfilm „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ von 2010 im Fernsehen gezeigt, der seine Weltpremiere auf der Berlinale im gleichen Jahr hatte. … " 


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29.04.2016

Stefan Hemler

Stefan Hemler @München1968 (Studienrat & Historiker, promoviert über studentische Politik in den 1960ern) bloggte auf www.renad.de über einen „interessanten und diskussionswürdigen Vortrag von Irmtrud Wojak im Stemmerhof in München. Sie referierte dort auf Einladung der Sendlinger Grünen über das Thema 'Fritz Bauer oder die Pflicht zum Ungehorsam', stellte ihr Thema aber zugleich auch in den Kontext der gegenwärtigen Erinnerungskultur.“ Die spannende Diskussion im Anschluss an den Vortrag drehte sich besonders darum, wie eine einseitig auf das erinnern von Verbrechen fokussierte Erinnerungskultur ungewollt dem Rechtsextremismus zuarbeitet.

 

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21.04.2016

Fritz-Bauer-Biografin Irmtrud Wojak spricht über das politische Vermächtnis des Generalstaatsanwalts

 

Interview von Sigrid Schuer mit der Autorin

"Wie sind Sie mit Fritz Bauer in Berührung gekommen?"

"Zum ersten Mal durch die Arbeit am nach Bauer benannten Institut. Sein Leben und Wirken ist im Laufe der Jahre immer stärker ins Zentrum meiner wissenschaftlichen Forschung gerückt. Politisch hat er mich immer mehr beschäftigt. Dass er so aufrecht seine Minderheitsposition in der deutschen Justiz beibehalten und für die Menschenrechte gekämpft hat, vor 1933, danach, aber auch nach 1945, als die Mehrheit in seiner Zunft schon wieder wegschauen und zur Tagesordnung übergehen wollte. Bauer wollte die Ursachen von Genozid und Völkermord aufdecken und beseitigen..."

Weiterlesen im Weser Kurier

PDF des Interviews...

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31.03.2016

Ernst Olbrich

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Auf einer Veranstaltung des Fritz-Bauer-Institutes entbrannte eine heftige Auseinandersetzung um die Deutungshoheit über die Person des ehemaligen Frankfurter Generalstaatsanwaltes und Auschwitz-Anklägers.

Eingeladen hatte das Fritz-Bauer-Institut am 11. Januar 2016 zum „Gespräch"... Die Folie dafür sollte der Ende 2015 in die Kinos gekommene Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“ abgeben. Nach einer halbstündigen Vorführung (...) und einem Kurzvortrag des Kulturwissenschaftlers Andreas Pretzel von der Humboldt-Universität Berlin brach sich die in Teilen des Publikums schon länger wahrnehmbare Unruhe in heftigen Volten der Kritik am Film und der daran anknüpfenden Geschichtsinterpretation des Institutes Bahn.

Foto© CV Films

Info: Erstveröffentlichung in der Frankfurter Lehrerzeitung der GEW, Nr. 01/2016

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18.02.2016

Zur Neuauflage der Fritz-Bauer-Biographie von Irmtrud Wojak

Kurt Nelhiebel

Die Neuauflage
Die Neuauflage

"In gewisser Weise teilt Irmtrud Wojak das Schicksal Fritz Bauers, den die politische Klasse zu Lebzeiten am liebsten auf den Mond geschossen hätte, was ihre Repräsentanten bis zum heutigen Tag nicht daran hindert, sich bei Gelegenheit mit ihm zu schmücken und seinen Namen wie eine Tapferkeitsmedaille am Revers zu tragen. Jüngste Ausgeburt des alltäglichen Wahnsinns ist der Vorschlag, die kommentierte Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ als Unterrichtsmaterial an öffentlichen Schulen zu benutzen. Und die Fritz-Bauer-Biographie von Irmtrud Wojak ?...“.

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29.01.2016

31. Januar 2016, 19.00 Uhr,
Café am Josephsplatz 112, 80798 München


BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN - Ortsverband Schwabing, GRÜNE im BA Maxvorstadt

Dr. Irmtrud Wojak, Fritz-Bauer-Biographin, spricht über sein Leben und Werk. Das Leben des streitbaren Juristen wurde in jüngster Zeit zum Thema Aufsehen erregender Kinofilme und Medienberichte. BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN laden ein zum Vortrag und zur Diskussion mit der Historikerin, die Bauers Biographie und Wirken weltweit in Archiven erforscht hat. Jetzt erscheint ihre anerkannte Biographie in einer Neuauflage in der BUXUS EDITION, München 2016 und wird von einer Webseite begleitet.

Flyer als PDF...

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24.02.2016

24. Februar 2016, Neues TV-Politdrama über Fritz Bauer

Der General
Der General

Der mediale Hype um Fritz Bauer in den Jahren 2014/15 brachte manche in Rage, eine "Fritz Bauer-Welle" wurde ausgerufen und ein bekannter Zeithistoriker gab zu bedenken, hier werde ein "Held" geschaffen. Was so schlimm nicht wäre und Bundesjustizminister Heiko Maas beispielsweise scheut sich nicht, den Juristen Bauer einen Held zu nennen. Doch es kam anders und schon bald nach Lars Kraumes Spielfilm wurde der nächste Film angekündigt, ein TV-Politdrama mit dem Titel DIE AKTE GENERAL. Regie führte Stephan Werner, Produzenten sind Nico Hofmann und Benjamin Benedict, alles bekannte Namen.

Wie DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER wirbt auch dieser Film mit Bauers angeblicher "heimlicher Sexualität" und wartet mit allerlei Mutmaßungen über seinen Antihelden auf. Wie in DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER bildet der Adenauer-Staat den Hintergrund und die Jagd nach Adolf Eichmann ist Aufreißer der Story. Ob Regisseur und Produzenten nichts Neues eingefallen ist – es sieht so aus.

Dietrich Kuhlbrodt, Filmkritiker und bis zu seiner Pensionierung bei der Staatsanwaltschaft in Hamburg für die Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen zuständig, hat wiederum eine Rezension in KONKRET (02/2016) geschrieben.

 Zur Rezension...

 

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30.12.2015

Erster Artikel über Fritz Bauer in einer lateinamerikanischen Zeitschrift

 

Die Zeitschrift Cuadernos Judaicos des Zentrums für jüdische Studien an der Universidad de Chile hat im Dezember einen Artikel der Fritz Bauer Biographin Irmtrud Wojak über den Juristen aus Freiheitssinn publiziert.

Die Historikerin hatte auf Einladung des Zentrums, des Museo de la Memoria y de los Derechos Humanos, des Goethe Instituts Santiago und der Universidad Católica de Valparaiso im Mai 2015 in Santiago de Chile Leben und Werk des Juristen in mehreren Veranstaltungen und Vorträgen vorgestellt.

Fritz Bauer (1903-1968). Lawyer for the sense of freedom Pág. 302-318 DOI: 10.5354/0718-8749.2015.38101

Weiterlesen: Fritz Bauer (1903-1968). Jurista por el sentido de la libertad

30.11.2015

Rezension

Irmtrud Wojak

„(…) Dass Lars Kraume die Entführung Eichmanns als Hauptmotiv wählte, mag unter anderem daran liegen, dass der Auschwitz-Prozess, mit dem der Name Bauer am ehesten verknüpft wird, erst vor kurzem zum Thema eines Spielfilms über die Schwierigkeiten deutscher „Vergangenheitsbewältigung“ wurde. Kraumes Film ist, was den historischen Hintergrund betrifft, um Genauigkeit bemüht. Längere Sequenzen sind in Israel gedreht, um Bauers Kontakte mit dem dortigen Geheimdienst und den Justizbehörden zu veranschaulichen. Die Persönlichkeit Eichmanns wird ausgeleuchtet, Ausschnitte aus dem Interview präsentiert, das der Antisemit in den 1950er Jahren dem holländischen SS-Mann Wilhelm Sassen in Argentinien gab. (…)

Umso unbegreiflicher ist, dass der Spielfilm die wirklichkeitsnahe Genauigkeit, die den Plot spannend macht, nicht beibehält, sondern die Hauptfigur neu erfindet und der Regisseur sich am Ende dankend auf zwei Ratgeber aus dem nach Bauer benannten Institut in Frankfurt/Main bezieht. Kraume kreiert seinen Protagonisten als gebrochenen Typ wie aus einem Tatortkrimi. Er verzeichnet Bauer als vom Schicksal Getriebenen, der sich – damit beginnt der Film – mit Alkohol und Schlaftabletten betäubt und dabei fast in der Badewanne ertrinkt. …"

PDF lesen...

Die Rezension erschien im fachbuchjournal, Dezember 2015

18.11.2015

Isabel Mardones Rosa

Im Kino und im deutschen Fernsehen gibt es mehrere Filme über den Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Die Biographin Bauers, Irmtrud Wojak, analysiert, welche dieser Titel der historischen Realität näherkommen und wieso genau jetzt das Interesse an seiner Figur wächst.“

Isabel Mardones Rosa, Leiterin der Cinemateca des Goethe-Instituts Chile, die im Jahr 2004 den Critics Award für die Verbreitung des deutschen Kinos in Chile erhalten hat, interviewte die Historikerin und Fritz Bauer-Biographin Irmtrud Wojak. Isabel Mardones ist mit Monica Villarroel Autorin des Buches Zeichen gegen das Vergessen. Das wiedergefundene Kino Chiles, das 2012 im Verlag Cuarto Propio erschienen ist.

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16.09.2015

Rezension

Irmtrud Wojak

Der Staat gegen Fritz Bauer
Der Staat gegen Fritz Bauer

DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER, Regie und Drehbuch: Lars Kraume; Produzent, Thomas Kufus, in den Hauptrollen als Fritz Bauer: Burghart Klaußner und als Staatsanwalt Karl Angermann: Ronald Zehrfeld, 105 Minuten, Deutschland 2015. "

Nach „Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht“ nun also: „Der Jude ist schwul!“ Überraschend ist das nicht, nachdem der Fritz-Bauer-Institut-Gastwissenschaftler Ronen Steinke im vergangenen Jahr mit seiner Enthüllungsstory über die angeblichen weißen Flecken in der Biographie des bedeutenden Juristen herauskam. (Steinke 2013) Das nach Bauer benannte Institut zog 2014 mit einer Ausstellung unter dem Titel „Fritz Bauer. Der Staatsanwalt“ (Backhaus/Boll/Gross 2014) nach.

Doch fangen wir vorn an. Der Plot des Films ist spektakulär und politisch brisant. In „Der Staat gegen Fritz Bauer“ geht es darum, dass im Nachkriegs- oder besser gesagt im Deutschland der Adenauer-Ära die Ahndung von Nazi-Verbrechen niemanden interessiert hat außer die Betroffenen selber – das ist Handlungsstrang Nr. 1. Und es geht darum, dass die Hauptfigur in dem Film all das verkörpern soll, worauf sich der Hass und der Ausrottungswille der Nazis konzentrierten. Bauer war Sozialdemokrat und wurde als politischer Gegner verfolgt; er stammte aus einer jüdischen Familie und wurde aufgrund der nationalsozialistischen Rassegesetze verfolgt; er war ein politischer Flüchtling, dem die dänische Fremdenpolizei, die mit den Nationalsozialsten kollaborierte, erfolglos versuchte Homosexualität zu unterstellen. Die Auslieferung an das NS-Regime hätte Bauers Todesurteil bedeutet. Daraus entwickelt der Film Handlungsplot Nr. 2."

Weiterlesen auf der Website des Forschungsjournals Soziale Bewegungen...

Oder PDF lesen...

 

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05.09.2015

50 Jahre nach dem Auschwitz-Prozess

Kurt Nelhiebel 

Kurt Nelhiebel 5. September 2015 Villa Ichon in Bremen
Kurt Nelhiebel 5. September 2015 Villa Ichon in Bremen

Vortrag in der Villa Ichon in Bremen am 5. September 2015

"Wer in diesen Tagen über das Thema 'Offizielles Gedenken und politische Wirklichkeit 50 Jahre nach dem Auschwitz-Prozess' sprechen will, kommt an den Ausbrüchen von Fremdenhass im Zusammenhang mit dem Zustrom von Asylbewerbern und Flüchtlingen nicht vorbei. Neu ist das alles nicht, nur die Dimensionen haben sich verändert. Von Januar bis August gab es nach offiziellen Angaben in Deutschland 337 derartige Übergriffe. Das heißt, so etwas passiert jeden Tag. Warum nur bei uns, und nicht auch in anderen Ländern? …“

Weiterlesen…

14.08.2015

Radcliffe Magazine
Harvard University, Cambridge, MA (USA)

Fritz Bauer Biographin und Historikerin Dr. Irmtrud Wojak hat die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts über die Geschichte der Entnazifizierung mit einem Vortrag am Radcliffe Institute der Harvard University präsentiert. Für das Forschungsjahr 2014/15 war sie mit einem Stipendium an dem renommierten Institut ausgezeichnet worden. Jetzt berichtet das Radcliffe Magazine über Wojaks Projekt. Sie verfasste ein Buch über die Geschichte der andauernden Sisyphusarbeit der Entnazifizierung - ausgehend vom Werk und den Zielen des Juristen Dr. Fritz Bauer. Gleichzeitig entstand ein interaktives Webportal, das die Geschichten von Menschen erzählt, die sich dem Unrecht nicht beugten und anderen Menschen halfen - Überlebensgeschichten vor und nach 1945.

Hier geht es zum Artikel von Pat Harrison...

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10.08.2015

Presseerklärung zum 50. Jahrestag des Urteils im Auschwitz-Prozess20. August 2015

 

Angeklagte im Auschwitz-Prozess
Angeklagte im Auschwitz-Prozess
© Picture Alliance

Vorankündigung und Vorveröffentlichung des Forschungsjournals Soziale Bewegungen - erscheint im Dezember 2015 Verlag Lucius & Lucius, Stuttgart, Sonderschwerpunkt Heft 4, mit Beiträgen unter anderem von:

Herta Däubler-Gmelin, Hartmut Hanauske, Stephan Jaeger, Werner Koep-Kerstin, Daniel Kothenschulte, Dietrich Kuhlbrodt, Heiko Maas, Kurt Nelhiebel, Erardo C. Rautenberg, Thomas Walther, Stephan Weil, Rebecca Wittman, Irmtrud Wojak, Nobert Wolf

Vorab veröffentlicht werden hier der Beitrag von Kurt Nelhiebel („Offizielles Gedenken und politische Wirklichkeit“) sowie der 1964 erschienene Beitrag von Fritz Bauer („Nach den Wurzeln des Bösen fragen“). 

Zu den Texten von Kurt Nelhiebel und Fritz Bauer...

 

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07.08.2015

Rezension

Dorothea Liew

Die Zeitschrift German Film Quarterly kündigte den neuen Film über Fritz Bauer an, den zweiten, nachdem die Demontage des Juristen von seinem Amtskollegen Erardo C. Rautenberg publik gemacht wurde (Direktor: Lars Kraume, Produzent: Thomas Kufus, Fritz Bauer-Darsteller: Burghart Klaussner, 105 Minuten).

Der Film bedient alte Muster. Bauer soll fanatisch Eichmann gejagt haben. Ob er die Jagd nicht möge, fragen sie ihn im Film und er antwortet: „Doch, aber keine Tiere.“ Auch die Socken-Story des Journalisten Ronen Steinke, bei dem Bauer schon mal ein „Hosenbein hochrutschen und eine helle Socke mit etwas Männerbein aufblitzen lässt“, wird aufgefrischt. Im Film trägt der zerknitterte und viel zu alt wirkende Generalstaatsanwalt allerdings dunkle Socken. Es ist sein Lieblingsstaatsanwalt, der karierte Socken trägt und dem der gebeutelte General kurz darauf zur Entsagung rät. Jeder hat halt so seine Ideen, woran sich ein Homosexueller erkennen lässt. Dass soll nämlich suggeriert werden, dass Bauer schwul war und ein Privatleben hatte, wo Verbotenes geschah, jedenfalls damals. Dazu passt, dass der Sozialdemokrat auch noch seine eigenen Genossen verraten und sich den Nazis, wie er selber im Film sagt "unterworfen" haben soll - was er später natürlich bitter bereut. Kann man sich mehr wünschen? Fritz Bauer als sich rächender Jude, heimlicher Homosexueller und Genossen-Verräter?

"Man" könnte durchaus... einen Film über Fritz Bauer!

Siehe auch die Rezension in Hollywoodreporter: „But what’s much worse is the fictionalized take on Bauer’s private life, with Kraume actually embarrassing himself with an entirely unconvincing subplot involving the attorney’s alleged homosexuality that’s handled in a way that suggests all gay men recognize each other by their fancy socks (yes, really).“

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06.07.2015

 

Neuerscheinung

BERICHTE VOM AUSCHWITZ-PROZESS. KÖLN: PapyRossa, 2015

Mit einem Vorwort von Erardo C. Rautenberg und einem Porträt des hessischen Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauers aus der Feder seiner Biografin Irmtrud Wojak (ISBN 978-3-89438-263-6).

„Was Holocaust-Überlebende als Zeugen im 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) der Nachwelt überlieferten, hat Conrad Taler für eine jüdische Zeitung in Wien festgehalten: In Gestalt des Lehrers Jehuda Bacon stand ein Zeuge vor Gericht, der als 14-Jähriger zusammen mit anderen Kindern in Auschwitz vor einen Pferdewagen gespannt wurde, mit dem im Winter die Asche der vergasten und verbrannten Häftlinge aus den Krematorien geholt wurde. ‚Wir mussten die Asche auf die vereisten Wege schütten', berichtete er.“

Conrad Taler wurde 2014 mit dem Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon in Bremen ausgezeichnet.

Hier bestellen...

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18.04.2015

Kurt Nelhiebel

Zum Weggang von Raphael Gross als Direktor des Fritz-Bauer-Instituts

"Am Ende der achtjährigen Tätigkeit von Raphael Gross als Direktor des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt am Main steht ein politischer Offenbarungseid. Der in der Schweiz geborene und dort aufgewachsene Wissenschaftler, von Beginn an überfordert mit diesem Amt, räumt das Feld, ohne sich seiner Verantwortung für den beschämenden Umgang des Fritz-Bauer-Instituts mit seinem Namensgeber gestellt zu haben. Als die Diskussion darüber unausweichlich zu werden schien, zog er die Notbremse. …"

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25.03.2015

Zeitzeugin Lelle Franz zum Film über den Auschitz-Prozess


Vom 17. bis 22. März 2015 fand das 8. LICHTER Filmfest Frankfurt International statt. Claudia Schulmerich veröffentlichte auf ihrer Webseite „Weltexpresso“ ein Interview über den Film „Im Labyrinth des Schweigens“, das viel über Fritz Bauer erzählt und gleichzeitig Fragen aufkommen lässt, wieso ein Spielfilm über Fritz Bauer diesen in ein solches Zwielicht rückt. "Frankfurt am Main – Heute ist ja FRITZ BAUER TAG in Frankfurt. Es werden der Dokumentarfilm von Ilona Ziok FRITZ BAUER – TOD AUF RATEN um 13 Uhr und der erste Spielfilm über Fritz Bauer um 15.30 Uhr im Rahmen des Lichter Filmfestes im Cantatesaal aufgeführt. Wir sprachen mit Lelle Franz, die Fritz Bauer noch gekannt hat, über ihre Einschätzung des Spielfilms.“

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11.01.2015

Klaus Hagert und Irmtrud Wojak


"Köln (Weltexpresso) – Sie hat das Fritz Bauer Institut verlassen, Frau Irmrud Wojak, obwohl sie dessen Stellvertretende Leiterin war und sich mit ihrer großen Bauer Biographie habilitiert hatte. Warum sie ging, fragt man sich nicht mehr, wenn man ihre Stellungnahme hört.“

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12.12.2014

Filmkritiker Dietrich Kuhlbrodt zu IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS

"Enkel von heute"

Der Jurist und Filmkritiker Dietrich Kuhlbrodt über den 2014 erschienen Debütfilm von Giulio Ricciarelli über einen jungen Staatsanwalt, der Auschwitz vor Gericht bringen will, im Hintergrund spielt Fritz Bauer die Hauptrolle, da er denOrizess durchgeboxt hat. Die Kritik erschien zuerst in Konkret 11/2014.

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10.12.2014

Die Nestbeschützer - Deutungskampf um das Werk von Fritz Bauer

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"Fritz Bauer leitete die Frankfurter Auschwitz-Prozesse in die Wege – nun gibt es einen Deutungskampf um sein Werk, vor allem innerhalb des Fritz-Bauer-Instituts selbst.“

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Der Historiker Peter Steinbach erklärte am 10. Dezember 2014 im Deutschlandradio ebenfalls, dass er die Interpretationen des Fritz Bauer Instituts über den eigenen Namensgeber für abwegig hält und warnte vor solchen Fehlinterpretationen.

"Ich halte das für abwegig"... weiterlesen und -hören...

 

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01.12.2014

fachbuchjournal nimmt „Fritz Bauer und die Frankfurter Auschwitz-Prozesse vor 50 Jahren“ in den Fokus

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„Fritz Bauer und die Frankfurter Auschwitz-Prozesse vor 50 Jahren“ stehen im Fokus dieser Ausgabe. Ich danke der ehemaligen Bundesjustizministerin Prof. Dr. Däubler- Gmelin, die Fritz Bauer in ihrer Studienzeit in Berlin in den 1960er-Jahren persönlich kennenlernen konnte, für ihren bewegenden Beitrag. Dem Brandenburgischen Generalstaatsanwalt Prof. Dr. Rautenberg danke ich für das Gespräch über Fritz Bauer und Ilona Ziok, der engagierten Regisseurin des preisgekrönten Dokumentarfilms „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ für ihren beeindruckenden Film und die Hilfe bei meinen Recherchen. Bei der Tochter von Emmi Bonhoeffer, Cornelie Grossmann, bedanke ich mich für die Genehmigung zum Abdruck der Briefe ihrer Mutter, in denen sie einfühlsam Einblick gibt in die schwierige Situation der damals für den Auschwitz-Prozess angereisten Zeugen. Andreas Bucks (†) ausgezeichnete Besprechung von Irmtrud Wojaks großer Bauer-Biographie ist bereits 2009 im fachbuchjournal erschienen. Ihn hatte ich während der Vorbereitung auf dieses Thema stets als Ratgeber in meinem Kopf."

Angelika Beyreuther

 

19.11.2014

Fritz Bauer, herausragender Jurist und Sozialdemokrat in schwerer Zeit

Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a D.)

"Vielen Dank für die Einladung an mich, Ihnen heute diesen herausragenden Juristen und mutigen Sozialdemokraten vorstellen zu dürfen.

Ich tue das mit besonderer Freude, weil Fritz Bauer seit meiner Studienzeit in den 60ger Jahren hier an der Freien Universität Berlin zu den Lichtgestalten unter den Juristen gehörte, an denen wir aufmüpfigen Jura-Studierenden uns orientieren konnten, viele gab es damals ja nicht. Ich weiß nicht, wer Ihnen noch einfällt, mir stehen weitere Persönlichkeiten wie Richard Schmid oder Adolf Arndt vor Augen, aber Fritz Bauer ragt auch unter ihnen nochmals deutlich hervor...."

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13.11.2014

 

Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg
Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg

"Er brachte das Verbrechen von Auschwitz fast im Alleingang vor Gericht. Zu sagen, Fritz Bauer sei der bisher bedeutendste Generalstaatsanwalt der Bundesrepublik gewesen, würde nur einen vagen Eindruck von seiner Größe vermitteln. Trotzdem oder gerade deshalb sorgt Bauer immer noch für Irritation. Er wird, spätestens seit dem 50. Jahrestag der Auschwitz-Prozesse im vergangenen Jahr, von vielen Seiten gelobt, gewiss. Gerade, am 15. Oktober, hat ihn der Bundesjustizminister durch die Stiftung eines nach ihm benannten Studienpreises gewürdigt, der Spielfilm Im Labyrinth des Schweigens ehrt sein Wirken zurzeit im Kino. Aber gelegentlich mischt sich unter das allgemeine Lob eine kleinliche Lust, dem Mann etwas anzuhängen. Das ärgerlichste Beispiel ist die Bauer-Biografie von Ronen Steinke, einem Journalisten der Süd­deutschen Zeitung. Pünktlich zum Jahrestag der Auschwitz-Prozesse im Dezember 2013 erschienen, liefert sie geradezu ein Zerrbild von Fritz Bauer. Steinke unterstellt ihm in mehrfacher Hinsicht zu Unrecht, opportunistisch gehandelt zu haben. ..."

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08.11.2014

Filmpremiere in Frankfurt am Main.Der Film von Giulio Ricciarelli (123 Min.) spielt in der BRD gegen Ende der 1950er Jahre. Im Zentrum stehen der Journalist Thomas Gnielka (André Szymanski) und seine Bemühungen im Kampf gegen das Vergessen.

Thomas Gnielka übergibt Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer (gespielt von dem verstorbenen Schauspieler Gert Voss) die entscheidenen Dokumente, die es dem Frankfurter Generalstaatsanwalt ermöglichen, beim Bundesgerichtshof die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft am Oberlandesgericht Frankfurt am Main für alle in Auschwitz begangenen Verbrechen zu beantragen. Fritz Bauer wird in dem Film, der vom "Fritz Bauer Institut. Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust" beraten wurde, eine Nebenrolle zugewiesen.

Näheres ist in einer in der Frankfurter Rundschau erschienenen Rezension von Daniel Kothenschulte nachzulesen...

Eine Rezension im Spiegel (45/2014) von Thomas Hüterin, "Aufklärer des Grauens", würdigt anders als der Film vor allem die Rolle Bauers bei der Aufklärung der NS-Verbrechen.

 

 

01.11.2014

Kurt Nelhiebel

Über den Umgang mit Fritz Bauer, der Auschwitz vor Gericht brachte

Kurt Nelhiebel
Kurt Nelhiebel

"Es war Volker Hauff, ein Mann aus der schwäbischen Heimat Fritz Bauers, der 1989 als sozialdemokratischer Oberbürgermeister von Frankfurt am Main die Idee hatte, ein wissenschaftliches Institut zur Erforschung des Holocaust ins Leben zu rufen und nach seinem Landsmann zu benennen. Gegründet wurde das Institut 1995. Nach eigener Aussage fühlt es sich dem Andenken des hessischen Generalstaatsanwalts und Initiators des Auschwitz-Prozesses, Fritz Bauer, verpflichtet...."
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30.10.2014

Für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte

Der Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, Heiko Maas, hat den „Fritz Bauer Studienpreis für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte“ gestiftet. Der Preis erinnert an Fritz Bauer, den Initiator des Frankfurter Auschwitz-Pozesses. Mit dem Preis werden herausragende Arbeiten des rechtswissenschaftlichen Nachwuchses ausgezeichnet, die sich mit Leben, Werk oder Lebensthemen Fritz Bauers befassen. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 5000 Euro verbunden.

Heiko Maas über den Preis: „Fritz Bauer hat sich für die Demokratie eingesetzt, als das viel zu wenige Juristen in Deutschland taten. Er hat gegen große Widerstände in der Justiz das Unrecht der Nazis vor Gericht gebracht. Und er hat sich stets für ein modernes und humanes Strafrecht engagiert. Fritz Bauer hat seinen Beruf als Richter und Staatsanwalt als Verpflichtung verstanden, sich für die Demokratie und die Menschenrechte stark zu machen. Zu seinen Lebzeiten war er verfolgt, verhasst und umstritten; heute ist Fritz Bauer ein Vorbild für allen Juristinnen und Juristen. Deshalb habe ich diesen Preis gestiftet.“

 

20.10.2014

Dr. Erardo C. Rautenberg (Generalstaatsanwalt)

Ausstellung des Fritz Bauer Instituts „Der Staatsanwalt“ stößt auf Kritik

"Fritz Bauer (*16. Juli 1903 Stuttgart † 1.Juli 1968 Frankfurt/Main) war meines Erachtens der bisher bedeutendste Generalstaatsanwalt der Bundesrepublik Deutschland. Zunächst übte er dieses Amt ab 1950 in Braunschweig aus. Dort klagte er den an der Niederschlagung des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 maßgeblich beteiligten Otto Ernst Remer wegen Verleumdung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, nämlich der ermordeten Widerstandskämpfer, an und kreierte dabei den Begriff „Unrechtsstaat“ für das NS-Regime. ..."

Der Beitrag wurde zuerst in Heft 9/2014 der im Nomos-Verlag Baden-Baden erscheinenden Fachzeitschrift Neue Justiz publiziert.

 

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10.10.2014

Constanze Weinberg 

Zeitzeuge beanstandet Nazipropaganda zu Lasten von Fritz Bauer

"Kurt Nelhiebel ist einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen, die den großen Frankfurter Auschwitz-Prozess als journalistische Beobachter miterlebt haben. Er gehört zu den Wenigen, die den Initiator des Verfahrens, den legendären hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, persönlich kannten und aus eigenem Erleben heraus über ihn schreiben können. Ebenso wie Fritz Bauer hat er Verfolgung durch die Nazis am eigenen Leibe erlebt und wie dieser an ihrer Wiederkehr gelitten.

Als im April 2014 im Frankfurter Jüdischen Museum eine vom Fritz-Bauer-Institut und dem Jüdischen Museum initiierte Ausstellung zum Thema „Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht“ eröffnet wurde, entdeckte er im Ausstellungskatalog neben viel Positivem auch manches, das ihn betroffen machte...."

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14.08.2014

"Es passiert nicht alle Tage, dass sich ein Rezensent lobend über ein Buch äußert, an dessen Zustandekommen er maßgeblich beteiligt war. Da runzelt jeder die Stirn, weil das nach Eigenlob riecht. Andererseits hat Eigenlob den Vorteil, meint der englische Satiriker Samuel Butler der Ältere, dass man dick und genau an der richtigen Stelle auftragen kann. Vielleicht meinte das auch der Archivar des Fritz Bauer Instituts, Werner Renz, als er für die Nassauischen Annalen (Band 125, 2014) eine Lobeshymne über die Fritz Bauer Biographie von Ronen Steinke verfasste. Die Danksagung seines gelehrigen Schülers ließ er in aller Bescheidenheit unter den Tisch fallen...."
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24.05.2014

Neben- und Hauptsächlichkeiten

Conrad Taler

"Da hat ein Journalist und promovierter Jurist, dessen 2013 erschienene Biografie über Fritz Bauer mit Lob überschüttet worden ist, auf Teufel komm' raus abgeschrieben ..."

Artikel von Conrad Taler

 

Unter der Lupe Teil 1. Zu Ronen Steinkes Fritz-Bauer-Biografie

Nichts ist so fein gesponnen. . .
oder: Sage mir, wie du abschreibst, und ich sage dir, wer du bist

"Bei der Episode, von der hier die Rede ist, handelt es sich um das Vorspiel zum Eichmannprozess in Israel. Da ist Sorgfalt geboten, auch wenn es um scheinbar Nebensächliches geht. Der Prozess gegen Adolf Eichmann hätte bekanntlich niemals stattgefunden, wenn der hessische Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer …"

Artikel von Kurt Nelhiebel
Unter der Lupe Teil 1

 

Unter der Lupe Teil 2. Zu Ronen Steinkes Fritz-Bauer-Biografie

„Das schrammt haarscharf am Plagiat vorbei. Auf jeden Fall ist eine solche Arbeitsweise völlig unseriös.“ Das schrieb mir ein Verleger, nachdem er Zitate aus der Fritz-Bauer-Biografie von Ronen Steinke mit Auszügen aus einem „Spiegel“- Artikel verglichen hatte. Der Piper-Verlag, bei dem die Biografie 2013 erschienen ist, scheint von dieser Ähnlichkeit nichts bemerkt zu haben. Dem Autor selbst genügte als Feigenblatt für seine Abschreibekünste eine „Anmerkung“ am Schluss des Buches …"

Artikel von Kurt Nelhiebel
Unter der Lupe Teil 2

 

Unter der Lupe Teil 3. Zu Ronen Steinkes Fritz-Bauer-Biografie

"Ronen Steinkes Fritz-Bauer-Biografie erschien vier Jahre nach der von Irmtrud Wojak. Ihr Werk umfasst rund 600 Seiten, die Recherchen nahmen zehn Jahre in Anspruch. Steinke brauchte für seine rund 300 Seiten nur einen Bruchteil dieser Zeit. Ging ihm das Schreiben flotter von der Hand, oder haben ihn Mitarbeiter des Fritz-Bauer-Instituts, die Irmtrud Wojaks Arbeit mit Unbehagen verfolgten, so intensiv unterstützt?. …"

Artikel von Kurt Nelhiebel
Unter der Lupe Teil 3

 

Unter der Lupe Teil 4. Zu Ronen Steinkes Fritz-Bauer-Biografie

"Was hat es eigentlich auf sich mit der angeblichen Homosexualität von Fritz Bauer, über die Ronen Steinke sich in einer Weise auslässt, die jeden Spanner freuen wird. („Von der Straße aus konnte man beobachten, dass der Deutsche sich ausgezogen hat.“) Hieb- und stichfeste Beweise hat Steinke nicht. …"

Artikel von Kurt Nelhiebel
Unter der Lupe Teil 4

 

Unter der Lupe Teil 5. Zu Ronen Steinkes Fritz-Bauer-Biografie

"Was hat den Journalisten Ronen Steinke eigentlich dazu getrieben, sich in seiner Fritz-Bauer-Biografie über die angebliche Homosexualität des hessischen Generalstaatsanwalts zu verbreiten? Bestand ein dringendes öffentliches Interesse an der Offenlegung des Intimlebens von Fritz Bauer, oder gab die Überlegung den Ausschlag, solche pikanten Dinge könnten den Verkauf der Biografie beleben?…"

Artikel von Kurt Nelhiebel
Unter der Lupe Teil 5

 

Unter der Lupe Teil 6. Zu Ronen Steinkes Fritz-Bauer-Biografie

"Salopp wie gewohnt geht Ronen Steinke auch im Kapitel über die KZ-Haft Fritz Bauers mit den Fakten um. Seiner Familie habe Bauer erzählt, dass er die Entlassung seinen Freunden in der Justiz zu verdanken habe, schreibt Steinke, aber ohne seine Unterschrift unter einer Unterwerfungserklärung gegenüber den neuen Machthabern wäre das nicht gegangen…"

Artikel von Kurt Nelhiebel
Unter der Lupe Teil 6

 

15.04.2014

In Frankfurt am Main, im Jüdischen Museum, wird die Ausstellung des Fritz Bauer Instituts eröffnet. Dazu erscheint ein Katalog mit demselben Titel, hrsg. von Fritz Backhaus, Monika Boll und Raphael Gross. Frankfurt am Main/ New York: Campus-Verlag 2014, 300 S.

Leserbrief von Werner Koep-Kerstin