26.07.2017


The Raoul Wallenberg Research Initiative RWI-70

Die Raoul Wallenberg Research Initiative (RWI-70) begrüßt und unterstützt die Entscheidung von Marie Dupuy, Nichte von Raoul Wallenberg, Klage gegen russische Behörden in Moskau zu erheben, um den uneingeschränkten Zugang zu Unterlagen des Geheimdienstes FSB (Bundesagentur für Sicherheit der Russischen Föderation) zu erwirken. Bei den Dokumenten handelt es sich um die offiziellen Gefängnisregister von zwei Moskauer Gefängnissen, dem Inneren (Lubjanka) Gefängnis und dem Gefängnis von Lefortovo, für die Jahre 1945 bis 1947. Die Eintragungen betreffen Raoul Wallenberg und seinen Fahrer, Vilmos Langfelder, der im Januar 1945 zusammen mit Wallenberg in Ungarn verhaftet wurde. Sie betreffen darüber hinaus Gefangene mit direktem Bezug zum Wallenberg-Fall, darunter Wallenbergs langjährigen Zellkameraden, den deutschen Diplomaten Willy Rödel.

Die russischen Behörden haben im Jahr 1991 Kopien dieser Dokumente stark zensiert veröffentlicht. Trotz zahlloser Anträge von Frau Dupuy, Historikern und schwedischen Diplomaten, haben die russischen Stellen über mehr als zwei Jahrzehnte eine unabhängige Überprüfung der Unterlagen im Original verweigert. Dies stellt einen Verstoß gegen das russische wie das Völkerrecht dar. Die in den beantragten Dokumente enthalten Informationen könnten es Forschern ermöglichen, einen derzeit unbekannten 'Gefangenen Nr.7 ' zu identifizieren, der am 22. und 23. Juli 1947 - sechs Tage nach Wallenbergs offiziellem Todesdatum (17. Juli 1947) - zusammen mit Vilmos Langfelder verhört wurde. FSB-Archivare haben 2009 öffentlich behauptet, dieser 'Gefangene Nr.7' sei "mit großer Wahrscheinlichkeit Raoul Wallenberg" . Offenbar haben im Jahr 1991 russische Stellen vorsätzlich wichtige Unterlagen zum Wallenberg Fall und speziell zum ''Gefangenen Nr. 7 ' unterschlagen, eine Entscheidung, für die bislang keine vollständige Erklärung vorliegt.


Kontakt

Susanne Berger, Koordinator
RWI-70, 6045 25. Rd N, Arlington, VA 22207 USA
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Phone:  001 571 594 1701

 
Raoul Wallenbergs Nichte verklagt Russland
Marie Dupuy                    

26. Juli 2017
 
Heute morgen habe ich meine Anwälte (Team 29) beauftragt, juristische Schritte in Moskau einzuleiten, um den Zugang zu bestimmten Dokumenten zu erwirken, die das Schicksal meines Onkels, dem 1945 in Russland verschwundenen schwedischen Diplomaten Raoul G. Wallenberg, klären können.

Ich habe lange gezögert, diesen Schritt zu unternehmen und ich habe es erst getan, nachdem zahlreiche Anfragen an russische Behörden, öffentliche wie private, über zwei Jahrzehnte - von mir selbst, von Historikern und schwedischen Diplomaten - ergebnislos blieben. Im September 2016 bin ich zusammen mit anderen Mitgliedern unserer Familie und einer Delegation von Forschern nach Moskau gereist, um mich persönlich mit Vertretern des russischen Außenministeriums (MID) und der Bundesagentur für Sicherheit der Russischen Föderation (FSB) auszutauschen. Bei diesem Treffen überreichten wir einen umfassenden Katalog von bislang unbeantworteten Fragen und Forschungsanträgen. Bevor diese Fragen nicht beantwortete sind, kann die Suche nach Raoul Wallenbergs Schicksal nicht beendet werden. Bislang haben wir keine zufriedenstellende Antwort erhalten.
 
Raouls Familie - seine Eltern, Maj und Fredrik von Dardel und seine Geschwister, Guy von Dardel und Nina Lagergren - kämpft seit über sieben Jahrzehnten, um zu erfahren, was nach seiner Verschleppung durch sowjetische Militäreinheiten im Januar 1945 in Budapest mit ihm in sowjetischer Haft geschehen ist. Die heute eingereichte Klage setzt die Forschungsarbeit meines Vaters, Guy von Dardel,fort, die er mit russischen und internationalen Forschern und anderen Wallenberg Experten in den 90ziger Jahren durchgeführt hat. In den letzten Jahren wurde offensichtlich, dass russische Archivsammlungen wichtige Dokumente enthalten, die für die Suche nach Raoul relevant sind, die aber weder unsere Familie noch unabhängige Experten einsehen durften. Um den Fall Wallenberg zu lösen, benötigen wir dringend Zugang zu diesen Dokumenten.
Für uns ist die Familie von zentraler Bedeutung. Aus diesem Grund werden wir unsere Suche fortsetzen, bis wir genau wissen, was mit Raoul Wallenberg geschehen ist und warum.


Kontakt

Katya Alalykina, Pressesprecherin 
Team 29
  
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