03.06.2017


Über die Erschießung von Philipp Müller - fünfzehn Jahre vor Benno Ohnesorg

Am 2. Juni 1967 wurde der Student Benno Ohnesorg in Berlin während einer Demonstration gegen das Regime des Schahs von Persien von einem deutschen Polizisten erschossen. Er gilt als erstes Todesopfer polizeilicher Gewalt in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik.

Die Medien nahmen den 50. Jahrestag des Ereignisses zum Anlass einer ausführlichen Darstellung des damaligen Geschehens und seiner Folgen. Niemand sprach davon, dass bereits 15 Jahre davor während einer Kundgebung gegen die deutsche Wiederbewaffnung ein Demonstrant von einer Polizeikugel tödlich getroffen wurde. Namhafte Blätter wie das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL und die Wochenzeitung DIE ZEIT verloren über das Ereignis kein einziges Wort. Das Opfer war Mitglied der verbotenen kommunistischen Freien Deutschen Jugend (FDJ) und hieß Philipp Müller. 

Ich war als Journalist Augenzeuge des Geschehens an jenem 11. Mai 1952 in Essen. In meinen soeben erschienenen Lebenserinnerungen (Gegen den Wind. Geschichten und Texte zum Zeitgeschehen 1927-2017. PapyRossa-Verlag: Köln 2017) beschreibe ich die daraus erwachsene erste große Propagandaschlacht des Kalten Krieges zwischen Ost und West.                                            

Kurt Nelhiebel


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