13.11.2014

 

Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg
Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg

"Er brachte das Verbrechen von Auschwitz fast im Alleingang vor Gericht. Zu sagen, Fritz Bauer sei der bisher bedeutendste Generalstaatsanwalt der Bundesrepublik gewesen, würde nur einen vagen Eindruck von seiner Größe vermitteln. Trotzdem oder gerade deshalb sorgt Bauer immer noch für Irritation. Er wird, spätestens seit dem 50. Jahrestag der Auschwitz-Prozesse im vergangenen Jahr, von vielen Seiten gelobt, gewiss. Gerade, am 15. Oktober, hat ihn der Bundesjustizminister durch die Stiftung eines nach ihm benannten Studienpreises gewürdigt, der Spielfilm Im Labyrinth des Schweigens ehrt sein Wirken zurzeit im Kino. Aber gelegentlich mischt sich unter das allgemeine Lob eine kleinliche Lust, dem Mann etwas anzuhängen. Das ärgerlichste Beispiel ist die Bauer-Biografie von Ronen Steinke, einem Journalisten der Süd­deutschen Zeitung. Pünktlich zum Jahrestag der Auschwitz-Prozesse im Dezember 2013 erschienen, liefert sie geradezu ein Zerrbild von Fritz Bauer. Steinke unterstellt ihm in mehrfacher Hinsicht zu Unrecht, opportunistisch gehandelt zu haben. ..."

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